Osteopathie
Willkommen bei Dr. Petra Kramme. Hier finden Sie Informationen rund um die Osteopathie.
Auch wenn Sie bereits an vielen anderen Stellen kompetente Informationen zur Osteopathie finden, ist es mir wichtig, Ihnen auf dieser Seite Informationen zur ärztlichen Osteopathie zur Verfügung zu stellen. Osteopathie ist nach Rechtslage Heilkunde, sie darf nur von Ärztinnen und Ärzten und Menschen mit Heilpraktikererlaubnis ausgeübt werden.
Zur Zeit ist der Begriff Osteopathie nicht geschützt, so dass Sie selbst nachfragen sollten, wie es um die Ausbildung des Anbieters bestellt ist.
Geschichte der Osteopathie
Die Osteopathische Medizin wurde in den 1870er-Jahren von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entwickelt. Er entwickelte ein diagnostisches und therapeutisches System, das er „Osteopathie" nannte und das manuelle Verfahren verwendete. Grundgedanke war, Bewegungseinschränkungen von Geweben als Läsionen, später „Dysfunktionen" aufzuspüren und zu beseitigen. Dadurch würde dem Körper die Fähigkeit zur physiologischen Selbstregulation wiedergegeben.
Mit den Jahren wurde auf der grundlegenden Philosophie Stills eine Reihe anderer osteopathischer Techniken entwickelt, die mit Namen wie W. G. Sutherland (Osteopathie im cranialen Feld), Jones (Strain-Counterstrain), J.P. Barral (viszerale Osteopathie) verbunden sind.
Grundsätze der Osteopathie
Osteopathische Ärztinnen und Ärzte behandeln nicht einzelne Symptome, sondern den ganzen Menschen. Dabei gehen sie davon aus, dass im Menschen eine dynamische Wechselbeziehung zwischen Körper, Geist und Seele besteht. Diese Wechselwirkung bewirkt die Fähigkeit des Körpers zur Selbstregulation auftretender Störungen und zur Selbsterhaltung. Es gibt viele innere und äußere Einflüsse, die diese Fähigkeiten schwächen und auf diese Weise die Entstehung einer Krankheit begünstigen können. Die Aufgabe des osteopathischen Arztes/Ärztin ist es, diese Selbstheilungskräfte des Körpers durch manuelle Techniken zu unterstützen.
Das muskuloskelettale System spielt bei dieser Kapazität zur Selbstheilung und Selbstregulation eine bedeutsame Rolle, da in ihm Störungen aus allen anderen Systemen neurophysiologisch zusammenlaufen. Die Struktur des Körpers und seine Funktion beeinflussen einander wechselseitig. Ein harmonisches Zusammenwirken aller unterschiedlichen Strukturen mit ihren spezifischen Funktionen lässt den Körper optimal und uneingeschränkt funktionieren.
Mittelpunkt einer Behandlung ist immer der Patient/ die Patientin. Der Patient/ die Patientin übernimmt die vorrangige Verantwortung für ihre und seine Therapie und seine Gesundheit.
Anbieter
Ärztliche Osteopathie
In den USA ist die Osteopathie als Osteopathisch Manipulative Medizin (OMT) in ein Medizinstudium integriert, das mit dem Erwerb des Grades des „Doctor of Osteopathy (D.O.) und voller Approbation abschließt.
In Deutschland führt die DAAO seit 1998 Kurse für Ärzte durch, die an das universitäre Curriculum des Philadelphia College of Osteopathic Medicine (PCOM) angelehnt sind, die Kurse werden von Professoren des PCOM geleitet. Mit dem Abschlusszertifikat in Osteopathischer Medizin der DAAO D.O.DAAO ® wird ein Ausbildungsgrad bescheinigt, der den Ausbildungsstandard der U.S. amerikanischen D.O.s entspricht.
Diesem schließen sich auch andere Fachgesellschaften an, die sich im BDOÄ (Berufsverband der osteopathischen Ärztegesellschaften) zusammengeschlossen haben und eine Ausbildung von insgesamt 700 Stunden garantieren. Dies entspricht auf europäischer Ebene einem EROP-Standard.
Im Fortbildungskatalog der Ärztinnen/Ärzte ist die curriculäre Fortbildung Osteopathische Medizin (OV) mit 160 Stunden zu finden. Diese wird von den ärztlichen Osteopathieverbänden BDOÄ als nicht ausreichend kritisiert. Sie fordern mindestens 380 Stunden, was dem EROP -Diplom und dem Amerikanischen Standard entspricht.
Manuelle Medizin/Chirotherapie
Im ärztlichen Weiterbildungssystem ist die manuellen Medizin/Chirotherapie mit 320 Stunden Ausbildung und Prüfung vor den Landesärztekammern. Viele Ideen und Techniken des muskuloskelettalen Behandlungsbereichs finden sich auch in der manuellen Medizin. Diese Zusatzbezeichnung der ärztlichen Weiterbildung hat sich aus Ideen der manuellen Behandlung entwickelt. Sie hat sich durch Aufnahme neuerer Forschungsergebnisse von der Chirotherapie zur Manuellen Medizin entwickelt und lehrt auch einige Techniken der OMT.
Manuelle Therapie
Fortbildung der Physiotherapie zur Erbringung und Abrechnung des Heilmittels Manuelle Therapie auf Rezept
Chiropraktik
Eigenständiger Begriff, Studium der Chiropraktik , ursprünglich aus den USA als Abspaltung von der Osteopathie Anfang 1900, kann akademisch studiert werden, Abschluss D.C., im Deutschland ist zur Berufsausübung die Heilpraktikererlaubnis erforderlich.
Selbstverständnis
Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung der klassischen Medizin. In diesem Sinne ist sie ein integratives Verfahren mit den Prinzipien der Regulationsmedizin.
Die Idee des ganzen Menschen findet sich auch in der klassischen universitär gelehrten Medizin als bio-psychosoziales Modell, die des paritätischen Entscheidungsprozesses zwischen Patientin/Patient und Arzt/Ärztin als „Shared decision making".
Das Ziel der osteopathischen Patientenbehandlung ist die Unterstützung und Förderung der Selbstregulation der Patientin/des Patienten.
Selbstverständnis
Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung der klassischen Medizin. In diesem Sinne ist sie ein integratives Verfahren mit den Prinzipien der Regulationsmedizin.
Die Idee des ganzen Menschen findet sich auch in der klassischen universitär gelehrten Medizin als bio-psychosoziales Modell, die des paritätischen Entscheidungsprozesses zwischen Patientin/Patient und Arzt/Ärztin als „Shared decision making".
Das Ziel der osteopathischen Patientenbehandlung ist die Unterstützung und Förderung der Selbstregulation der Patientin/des Patienten.
Struktur- und Funktionsstörungen
Symptome sind die für den Patienten (und oft auch für den Arzt) wahrnehmbaren Zeichen einer Gesundheitsstörung. Diese Symptome können auf einen Schaden auf der Gewebeebene im Körper hinweisen, sog.„Strukturstörungen". Sie können aber auch auf eine Störung der Funktion des Körpers („Funktionsstörung" oder „somatische Dysfunktion") hinweisen. Oft treten diese Symptome an anderen Regionen des Körpers, also nicht am Ort der Funktionsstörung auf. Dies liegt in der intensiven Verschaltung und Verkettung der Funktionsbestandteile begründet. Sehr häufig finden sich auch Mischformen dieser verschiedenen Symptombedeutungen.
Es ist die Aufgabe des osteopathischen Arztes der osteopathischen Ärztin, diese Symptome zu erkennen und zu bewerten, damit die zugrunde liegende Störung diagnostiziert und behandelt werden kann. Hierbei werden reine „Strukturstörungen" in der Regel in den Kompetenzbereich der klassischen Medizin fallen, „Funktionsstörungen" in den Bereich der ärztlichen Osteopathie. Da viele Störungen jedoch aus Mischungen beider Bereiche bestehen, ist es vorteilhaft und geradezu unerlässlich, dass der Behandler beide Bereiche sicher und leitliniengerecht beherrscht.
Beispiel: ein Hüftgelenksverschleiß (Arthrose) zieht eine Bewegungseinschränkung des Gelenkes nach sich, es kann z.B. nicht mehr voll gestreckt werden. Der Patient geht darum in der betroffenen Hüfte stärker gebeugt als in der anderen, die Lendenwirbelsäule gleicht dieses durch eine stärkere Drehung zur Gegenseite aus, es kommt zu Rückenschmerzen (Funktionsstörung parallel zum Strukturschaden Arthrose). So kann beispielsweise eine Nierenbecken- oder Blinddarmentzündung über den Psoasmuskel eine massive Funktionsstörung im Becken auslösen (Psoassyndrom), oder eine Mandelentzündung (Tonsillitis) mit Kopfgelenksstörungen mit eingeschränkter Halswirbelsäulenbewegung einhergehen.
Kompensation und Dekompensation
Grundsätzlich ist der Mensch – wie jedes biologische System – ständig Störungen der normalen Stoffwechselabläufe im Gewebe ausgesetzt. Ein biologisches System ist im Gegensatz zu technischen Systemen in der Lage, sich selbst zu regulieren. Diese Selbstregulation hat Grenzen.
Der Körper und auch die Seele versuchen, Belastungen jeder Art auszugleichen oder zu kompensieren (sog. Resilienz). Solange die gesamte Funktion des Menschen aufrechterhalten bleibt, ist er kompensiert. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass diese Kompensationsmechanismen dem System Energie abverlangen. Bei Anpassungsprozessen der Gewebe sprechen wir auch von Adaptation. Ein Beispiel hierfür ist der Ausgleich eines kürzeren Beins über Jahre durch eine Seitverbiegung der Wirbelsäule mit Muskelverstärkung auf der mehr arbeitenden Seite.
Wenn es nicht mehr kompensieren kann, gerät das System oder die Struktur (zB der Wirbel) in Dekompensation und ist dysreguliert. Die osteopathische somatische Dysfunktion, ist eine fehlende Regulation oder eine Fehlregulation einer Struktur, eines Gewebes, eines Gelenks, eines Organs oder eines Organsystems.
Vor diesem Hintergrund sind auftretende Symptome des Patienten Warnzeichen, mit dem der Körper signalisiert, dass er die verschiedenen vorhandenen Funktionsstörungen nicht mehr kompensieren kann. Wichtig hierbei ist, dass Symptome oft auch sehr entfernt von den zugrundeliegenden Dysfunktionen auftreten können. Eine einzige noch hinzutretende Dysfunktion kann zu einer massiven Dekompensation einer Vielzahl weiterer Funktionsstörungen bis zum „totalen Systemzusammenbruch" führen kann.
So kann z.B. bei gerade noch kompensierter Bisslagenstörung (CMD), Kopfgelenksblockierung und Beckenbodendysfunktion nach einer Geburt eine einfache Bandverletzung am Sprunggelenk das „Fass zum Überlaufen" bringen.
Modelle der Osteopathie
Die historische Entwicklung der Osteopathie hat zu verschiedensten osteopathischen Modellen geführt. Auf der Basis der osteopathischen Philosophie und Anatomie und der neurophysiologischen Forschung entwickelten sich über 150 Jahre verschiedenen Technikstile und Techniken (OMT). Dabei spielte die räumliche Ausbreitung der Ideen nach Europa eine wichtige Rolle, denn die Ideen wurden in Großbritannien grundsätzlich anders aufgenommen als im Rest Europas.
Die ursprünglich sehr muskuloskelettal betonten Behandlungstechniken wurden bereits in den 1940-er Jahren ergänzt durch Techniken auch zur Behandlung des Schädels, die einem anderen Denkmodell folgten. Ferner ergänzen europäische Osteopathen Denk- und Behandlungsmodelle zur Behandlung der Organe. Mit den aktuellen Forschungen zur Anatomie und Bedeutung der Faszien erweiterte sich die Idee um das Tensegrity Modell.
Mittlerweile sind die Begriffe parietale, craniale und viszerale Osteopathie eher im didaktischen Bereich der osteopathische Lehre zu finden. Die Körpersysteme können als Modell auch biomechanisch, respirativ-zirkulatorisch, neurologisch, metabolisch- immunologisch, biopsychosozial oder bioenergetisch betrachtet werden ( sog. 5 Modell-Theorie).
Insgesamt ergibt sich dadurch eine breite Denkweise , mit der das komplexe System Patient/Patientin in einem anderen Menschen Arzt/Ärztin betrachtet werden kann.
Insofern ist es nicht sinnvoll, Krankheiten zu benennen, die man osteopathische behandeln kann. So kann z.B. bei einem chronischen Entzündungsprozess eine verminderte Muskelspannung am Durchtritt der Gefäße zu besserer Blut- und Lymphversorgung beitragen.
Modelle der Osteopathie
Die historische Entwicklung der Osteopathie hat zu verschiedensten osteopathischen Modellen geführt. Auf der Basis der osteopathischen Philosophie und Anatomie und der neurophysiologischen Forschung entwickelten sich über 150 Jahre verschiedenen Technikstile und Techniken (OMT). Dabei spielte die räumliche Ausbreitung der Ideen nach Europa eine wichtige Rolle, denn die Ideen wurden in Großbritannien grundsätzlich anders aufgenommen als im Rest Europas.
Die ursprünglich sehr muskuloskelettal betonten Behandlungstechniken wurden bereits in den 1940-er Jahren ergänzt durch Techniken auch zur Behandlung des Schädels, die einem anderen Denkmodell folgten. Ferner ergänzen europäische Osteopathen Denk- und Behandlungsmodelle zur Behandlung der Organe. Mit den aktuellen Forschungen zur Anatomie und Bedeutung der Faszien erweiterte sich die Idee um das Tensegrity Modell.
Mittlerweile sind die Begriffe parietale, craniale und viszerale Osteopathie eher im didaktischen Bereich der osteopathische Lehre zu finden. Die Körpersysteme können als Modell auch biomechanisch, respirativ-zirkulatorisch, neurologisch, metabolisch- immunologisch, biopsychosozial oder bioenergetisch betrachtet werden ( sog. 5 Modell-Theorie).
Insgesamt ergibt sich dadurch eine breite Denkweise , mit der das komplexe System Patient/Patientin in einem anderen Menschen Arzt/Ärztin betrachtet werden kann.
Insofern ist es nicht sinnvoll, Krankheiten zu benennen, die man osteopathische behandeln kann. So kann z.B. bei einem chronischen Entzündungsprozess eine verminderte Muskelspannung am Durchtritt der Gefäße zu besserer Blut- und Lymphversorgung beitragen.